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Es ist nun wohl kein Geheimnis, dass es auch in der damaligen DDR möglich war einen Urlaub zu Machen. Genau wie es jetzt wohl ist, bekam man zu dieser Zeit Urlaub vom Arbeitgeber, der in den allermeisten Fällen so und so der Staat war denn die Betriebe waren durchweg VEB (Volkseigener Betrieb) und somit unter absoluter Kontrolle der Behörden, denn Überwachung war an der Tagesordnung- überall.
Man versuchte eben aus der Situation das Beste zu machen und das bedeutete "Entdecke dein Eigenes Land eh du in fremde Länder Reisen willst. Dabei waren wir Ostdeutschen schon zu DDR-Zeiten kaum weniger reisefreudig als die auf der anderen Seite. Nur reglementierte der Arbeiter- und Bauernstaat die Ferienplätze eben und gewährte Urlaub im sozialistischen Ausland. Wir fuhren eben an die Ostsee und nicht nach Mallorca, bestiegen "Berge" im Elbsandsteingebirge und nicht in den Alpen oder in Italien. Unsere Alternativen zum Ausland waren die CSSR (Prag) mit einem Umtauschpotential in DDR Mark, Polen (Masuren) und Ungarn und selbst dort war man mit der guten alten DDR-Mark nicht gerade gut angesehen, was einen in Ungarn so recht vorgeführt wurde. Dieses Land war zu DDR-Zeiten schon offen für alle Nationen (Für DDR- ler natürlich nur mit VISUM) und mit Deutscher Mark und Dollars war man eben schon im Billigsturlaub. Arme Wessis kann man da nur sagen aber egal wir waren auch da und haben den Ballaton (Földfar) genau so unsicher gemacht wie alle Anderen. Ungarn Polen CSSR CSSR und Polen sind nach Osten angrenzende Nachbarländer und deswegen auch günstig mit unseren spezial Fahrzeugen gut zu Erreichen. (Trabi, Wartburg, etc.) Welche scheinbar für die Straßen unseres als auch der Länder gefertigt worden waren. Deshalb nannte damals viele unsere Gehhilfen die "Schlagloch Suchgeräte" Als Kinder war es möglich in den großen Ferien von den Volkseigenen Betrieben wo die Eltern gearbeitet haben einen Kinderferienlagerplatz zu ergattern. Leute das war nicht mal schlecht, Mama und Papa hatten Zeit für sich und für uns Kinder war es eine meist schöne Abwechslung vom tristen DDR-Alltag, dabei hatte man sich doch etwas Mühe gegeben. (Ätsch in der Zone war auch nicht alles schlecht) Die Kontingente waren so gehalten das nicht jeder jedes Jahr in ein Kinderferienlager (Pionierlager) fahren konnte, aber dafür gab es meistens schon die andere Möglichkeit mit den Eltern in einen vom Betrieb geführtem Urlaubsziel zu fahren.( Urlaubsplatz ergattern hieß das) Natürlich wie schon geschrieben von den Betrieben aus, das bedeutete aber nicht unbedingt das da immer noch die selben Gesichter die man täglich um sich hatte sah, nö das waren Betriebsferienplätze die dem gesamten Kombinat- also dem Zusammenschluss vieler Zweigbetriebe gehörten. Wie der VEB Zahnschneidemaschinen Fabrik Modul zum Volkseigenen Kombinat "7.Oktober" Berlin gehörte, also Leute aus der gesamten DDR von diesem Kombinat. Naja kurze Erläuterung dazu. Urlaubsplätze auf Usedom und am gesamten Ostdeutschen Ostseestrand waren heiß begehrt und straff umkämpft und wie so vieles damals, mit Beziehungen ging alles Besser, aber hatte man einen war man für die Urlaubszeit bestens versorgt. Camping, sprich Zelten war dann die andere Alternative, Zeltplatzgebühren waren billig und wir waren nicht ganz so unter Kontrolle wie in den vom Staat und den Betrieben durchorganisierten Ferienorten. Obwohl auch da die Staatsorgane ihre IM- (Inoffiziellen Mitarbeiter) der Stasi- (Staatssicherheit), sprich Spitzel hatte. Mit der Rennpappe (Trabant) nach Bansin, mit dem Wartburg nach Heringsdorf und mit dem Moskvitch nach Berlin, im geschlossenen Bereich der DDR hatte man die Möglichkeit auch Privatquartiere zu Bekommen, nur das war ein riskantes Unternehmen. Hatten wir nichts bekommen wurde eben im "Auto" übernachtet. Glaubt mir, macht das mal in ner´ Pappe- (Trabant) Wohl dem der ein Quartier hatte! Für den Hauptteil unseres beschaulichen Völkchens war eine Schlacht mit überfüllten Zügen und Bussen und schwerem Gepäck jeden Urlaub eine erneute Herausforderung. Die zu Meistern viel könnerische Initiative zeigen musste. Also wie man sieht auch wir in der DDR hatten unseren Urlaub, nicht so überschwänglich wie es für die heutige Zeit sooooo natürlich zu sein scheint aber wir haben auch in dieser Situation versucht das Beste aus den paar Urlaubswochen zu machen und auch wir haben uns, Kontrolliert oder nicht, vom Alltagsstress erholen dürfen. Es war ein Privileg in Urlaubsgebiete mit etwas neutraleren Staatsformen zu verreisen, das sind meist solche Länder gewesen wo die Anreise über nicht kontrollierbaren Gebieten zählte. Da gehörte unter anderem auch Jugoslawien dazu, es war für einen einfachen DDR-ler fast Unmöglich da hin zu kommen. Kuba, Vietnam oder gar das schwarze Meer zählten zu den Bonzengebieten. Also alles was so und so hinreiste wo es wollte okkupierten dann noch solche Urlaubsgebiete für sich, man könnte ja übern schwarzen Deich Paddeln oder aus dem Flieger springen. Na, wir Glauben das dieser, unser kleiner Bericht etwas mehr zum Verständnis unserer Lage beigetragen hat. Etwas wollen wir unbedingt mal nicht Vergessen, zu diesem Beitrag hat uns eine sehr nette Besucherin gebracht und wir möchten uns sehr bei ihr Bedanken. DANKE Julia , ohne deine Neugier wären wir nie auf diese gute Idee gekommen. 03.2004 (Webmaster neue-chemnitzer.de) Update 06.2008
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